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Montag, 20. August 2012

brennende kunst.

Ich kaue auf meiner Unterlippe rum, mein Blick huscht zur Schranktür. Nein, lass das. Demonstrativ setze ich mich wieder vor mein Netbook. Check alles. Keine neuen Emails. Keine Benachrichtigungen. Das Video läd noch immer hoch ... obwohl, wahrscheinlich ist es irgendwie abgekackt, und das sieht nur so aus, als würde es noch hochladen. Dreck.
Wieder huscht mein Blick zum Schrank. Es wäre doch eigentlich nicht weiter Schlimm. Ein, zwei Kratzer mehr fallen nicht auf. Verdammt, reiß dich mal zusammen. Ich lege meinen Kopf auf die Tischplatte, und versuche die Kopfschmerzen zu verdrängen.
Haha. Ich Dreckskind. Ich hab das ja nicht verdient. Ich bin zu normal dafür.
Gott, wie ich mich hasse. Wie erbärmlich das alles ist. Wie neidisch ich bin, wie heftig Schuldgefühle ich habe, wie ich es hasse, alles. Hier und jetzt, alles, verdammt. Vergesst mich einfach mal, ich will niemanden wehtun oder nerven. NUTZLOS.

edit: Und schon sitz ich hier, drei brennende Striche an meiner Hüfte. Wunderbar symmetrisch. Hach, leben. Endlich. Verdammte scheiße.

Dienstag, 10. Juli 2012

Mein Kopf platzt gleich. Szenen, Momente von diesem Abend wirbeln in meinem Kopf rum. Ich habe vergessen, wie ich sie ordnen kann. Da ist zu viel im meinem Kopf, ich kann nicht mehr.
Ich, wie ich auf der Decke liege. Um uns die Wiese, schlechte Musik. Wir sind nah am Fluss. Du neben mir, um uns unsere alte Klasse. Al, nicht meine beste Freundin, aber eine unersetzliche. Ich werde müde, und das ist es was mich wirr werden lässt.
Du beugst dich zu mir, und ein Bild taucht in meinem Kopf auf. Für einen Moment, nur eine winzige Sekunde lang glaube ich du küsst mich jetzt. Und das was mich erschreckt ist, dass ich es zugelassen hätte. - Aber du küsst mich natürlich nicht. Du hälst mir einen kleinen Cracker an die Lippen, und ohne nachzudenken öffne ich meine Lippen. Ich muss lächeln, als du mich so fütterst. Einer aus unserer Klasse starrt uns an, doch das stört uns nicht.Ich verfüttere ein Y-Cräcker an dich.
Der Tag vergeht schnell. Schon eine Ewigkeit liege ich auf der Decke, und du hast deinen Kopf auf meinen Bauch gebettet. Und weil ich nicht anders kann, sind meine Hände in deinen Haaren vergraben und spielen mit ihnen. Du guckt auf dein Handy und zwei Stunden sind vergangen.
Doch an diesem Tag warst du nicht die Einzigste, die mich Verwirrt, hat. Obwohl ich noch keinen Schluck getrunken habe, fühle ich mich aufgekratzt, ich lache. Aber wieso? Darüber muss ich schon so lange nachdenken. Ist es, weil ich mich in Bücher flüchte? Die wahre Welt hinter mir lasse, mich von Märchen und unmöglichen Erwartungen einweben lasse? Erwartungen, davon trage ich schon zu viele mit mir rum. Aber vielleicht dehydriere ich; denn ich habe nicht nur Alkohol gemieden, sonder jegliche Art von Flüssigkeit heute. Aber kann Flüssigkeitsmangel einen irre werden lassen? So fühle ich mich.

Mein Kätzchen, dich habe ich seit dem Tag, an dem du schon um fünfzehn Uhr weg musstest, nicht mehr gesehen. Du berührst meinen Arm und das genieße ich. Und weil meine Gedanken nicht mehr kontrollierbar und normal sind, wünschte ich, du würdest dich zu mir legen, dich an mich kuscheln und mich die Welt vergessen lassen. Doch du sagst nur, dass ich mitkommen soll. Hier gibt es keine Toiletten, und alleine pinkeln gehen - wer will das schon. Also gehe ich mit und will so schnell wie möglich wieder zu meiner Decke und mich dort hinlegen.
Doch da begegnet wir ihm. Scheiße verdammt. Ich bin nicht mehr ganz klar im Kopf. Ich weiß was jetzt kommt - er ist betrunken, und knuddelbedürftig. Richtig gefährlich, denn das liebe ich. Ich denke so oft an dich die letzte Zeit, und wünsche mir immer mehr wir wären beste wenigstens gute Freunde.
Du kommst auf uns zu und breitest deine Arme aus. Es schmerzt, so sehr brauche ich diese Umarmung. Es schmerzt, deswegen hebe ich so wie du meine Arme und lasse mich nur allzu bereitwillig von dir umarmen. Ich brauche das viel zu sehr. Es sind nur wenige Sekunden, die ich mit aller Macht festzuhalten versuche. Du bist nun größer als ich, du bist gewachsen, im Gegensatz zu mir. Deine Arme sind stärker, drücken mich an dich, und ich drücke klammere mich an dich. Ich will das genießen, doch habe ich verlernt wie das funktioniert. Irgendwie taumeln wir ein bisschen, aber ja du bist ja betrunken. Denn nüchtern umarmst du mich nie so. Überhaupt nicht. Ich inhaliere deinen Duft, ich lache, ich bin benebelt. »Wie viel hast du getrunken?« frage ich. Du nuschelst eine Antwort, doch die dringt gar nicht zu mir durch, weil sie mir egal ist.
Dieser viel zu kurze Moment, in dem so viel passieren zu sein scheint, zerplatzt und du löst dich aus der Umarmung. Du gehst, ich gehe.


Doch der Abend ist nicht vorbei. Als du mich das zweite mal diese Nacht in den Armen hälst, keuche ich auf. Du drückst mich so doll, dass ich  für einen Moment keine Luft bekomme. Du lachst, und ich stimme mit ein. »So zerbrechlich«, höre ich dich sagen. »Klein, schwabbelig und zerbrechlich.« Du scherzt nur, doch irgendwo trifft es mich.
»Ja, ich bin schwabbelig«, gebe ich lachend zu.
»Bestehst nur aus Schwabbel und Knochen. Und Haare.« Lachen. Du löst dich wieder aus der Umarmung. Und wieder gehen wir aneinander vorbei. Mir wird klar, dass ich dich wohl möglich das letzte Mal umarmen durfte, dich das letzte Mal sehen. Dich werde ich am meisten vermissen.
Es vergehen einige Sekunden, als ich meinem Kätzchen beichte: »Ich will ihn nochmal umarmen.« Und ich weiß ganz genau, dass sie mich in diesem Moment für verrückt hält. Doch das bin ich schon den ganzen Tag. Verrückt, irre, krank, neben der Spur. Ich träume von Küssen und Umarmungen, sehne mich nach Liebe, nach Wärme. Sogar mein Kätzchen will ich jetzt einfach in die Arme ziehen, Ihr Gesicht in die Hände nehmen und sie küssen. Scheiße verdammt, was geht in mir vor? Was passiert mit mir?
Ich glaube, ich bin zerstört.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Es fühlt sich einfach schrecklich an. Leere, irgendwo in mir. Ich liege in ihrem Bett und atme leise, schwer. Mir ist kotzübel. Darauf bedacht sie nicht zu wecken, schleiche ich ins Bad und setze mich auf den Toilettendeckel, hoffe darauf, dass die Magenkrämpfe und Würgreize durch ein Wunder verschwinden.
Ich kralle meine Finger in meine Wunden, doch körperliche Schmerzen können nichts auf der Welt ersetzen. Schmerzen bringen meine Gedanken und Gefühle nicht zum Schweigen.

Ich gebe auf und schleiche zurück in ihr Zimmer, setze mich neben sie. Eine Weile beobachte ich, wie sich ihre Brust hebt und senkt. Ich denke sie schläft noch, doch dann dreht sie sich um und schaut mir müde ins Gesicht.
»Schlaf weiter«, murmelt sie leise. »Nö«, gebe ich zurück, und doch lege ich mich neben sie und lausche ihrem Atem, bis er gleichmäßiger und ruhiger wird. Unbeschwert schläft sie weiter.
Ich hasse Menschen. Ich hasse Menschen. Ich hasse Menschen.
Menschen faszinieren mich, grausam und doch so empfindlich. Nur der Mensch erkennt, dass er alleine ist.

Sonntag, 1. Juli 2012

Wintermädchen

Der Mond erhellt mein Zimmer. Der Ventilator saugt Strom aus der Steckdose und versorgt mich mit kühler Luft. Seufzend schlage ich die Decke zurück. Meine Finger berühren sanft meine Augenlider. Ich versuche diesen Moment zu genießen, zu bewahren. Aber sowas gelingt mir nie.
Schwankend stehe ich auf und gehe zum Schrank. Ich krame in der Schublade rum, bis ich die Glasscherben hörte: ein süßes Flüstern in der Nacht. Ohne weiter darüber nachzudenken ziehe ich meine Hose ein Stück runter. Die scharfe Spitze einer Scherbe bohrt sich in meine Hüfte, zieht ruckartig eine gerade Linie. Noch einmal ansetzen, Linien ziehen. Blut quillt aus den Schnittwunden. Meine Finger wischen es fort, ich lecke die warme Flüssigkeit von mir ab. Salzig, metallisch.
Warum?  Es wundert mich immer wieder, wie selbstlos ich das mache. Weder soll es Schmerz vertreiben noch ersetzen. Ich fühle nichts dabei.
Warum?  Zum Spaß. Mein Körper ist meine Leinwand.


"Früher war mein ganzer Körper meine Leinwand - brennende Schnitte, die wie Flammen an meinen Rippen leckten, Leitersprossen, die meine Arme emporkletterten, dicke Stängel von Unkraut, die um meine Schenkel wucherten.  
Eine Tochter, die vergisst wie man isst, war zwar schlimm, aber das war eben eine Phase. Aber eine Tochter die ihre Hauthülle öffnet, die ihren Panzer abwirft, damit sie tanzen kann? Das fand er schlicht und ergreifend krank." - Wintermädchen

Dienstag, 22. Mai 2012

Nervös spiele ich mit dem Bändchen meines Oberteils herum. Vor mir liegt der Wahlteil der Deutschabschlussprüfung. Ich bin fertig, jedoch plagt mich Angts etwas übersehen zu haben. Schließlich ist die Zeit um, ich bin so hibbelig, dass ich wahllos alles Essen was ich dabei habe in mich reinstopfe. Das werde ich später bereuen.
Schulschluss - ich laufe in der Stadt rum, meine Füße fühlen sich geschwollen an. Überall Blasen und blutige Hacken. Ich treffe ich meinen Bruder, er ist mit Idioten unterwegs. "Hey, was machst du denn hier, Schwesterherz?" begrüßt er mich, ich lächle und frage dasselbe zurück. Danach zu S, Plakate fertig machen, nach Hause,  E S S E N  .. Zeichnung einscannen für die Schule, .. ins Bett fallen lassen, Fenster auf. Die kühle Abendluft spüren. Gänsehaut bekommen. Den Puls in meinen geschwollenen Füßen spüren, und einschlafen.

Donnerstag, 10. Mai 2012


Viele können es sich vorstellen selber zu sterben. Denken über ihren Tod nach. Empfinden ihn als befreiend. Manche begehen vielleicht Suizid.
Aber es ist etwas völlig anderes, wenn jemand den wir in unser Herz geschlossen haben, vielleicht von dieser Welt gehen muss.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Menschen verbergen ihre Gefühle und bauen Mauern in sich.

Ich ziehe die rosa Shorts ein Stück höher und fahre mit dem Finger über die glatte Narbe. Am liebsten würde ich in den Spiegel schlagen. Doch ich lasse es. Sie und mein Erziehungsberechtigter sind nur wenige Meter entfernt, die Tür steht offen. Außerdem, wie sollte man die Scherben erklären?
Sie ist seit vorgestern wieder da und bringt wieder alles durcheinander. Heute morgen hatte sie wieder Stimmungsschwankungen. Am liebsten würde ich ihr meine Meinung sagen, aber ich will mir das mit Düsseldorf jetzt nicht versauen. Und den Rest meines Lebens.
Meine Beckenzerrung spüre ich kaum noch. Dafür bekomme ich seit ein paar Tagen ständig Krämpfe. Es kommt mir vor als wäre mein Leben in Phasen eingeteilt. In einzelne Phasen, in denen mir bestimmte Dinge passieren und vorübergehen. Und Phasen in denen mein Körper tut was er will. Phasenweise Schlafstörungen, phasenweise Krämpfe, Phasenweise Kreislaufprobleme. Phasenweise wird mir auch mein Leben genommen, immer ein Stück mehr.


In der Schule habe ich Al's Hand gehalten, die ganze Zeit. Ich saß in meinen neuen Hoodie dort, und mir war viel zu warm, trotzdem wollte ich ihn nicht ausziehen, nicht aufhören ihre Hand zu halten. Mir gefällt es. Ihre Hand ist voller schwarzer Kunst, kindischer Kunst von mir. Und es sieht gut aus, mir gefällt es. Und ich will öfters ihre Hand halten, ich fühle mich wohl. Fast wie Zuhause. Vielleicht ist das ja auch nur Wunschdenken, aber ich liebe es mit Mädchen Händchen zu halten.

Samstag, 28. April 2012

Ich warte bis sie weg sieht und lege die kleinen Zuckertüten wieder zurück in die Schublade. Ich brauche keinen Zucker in meinem Tee. Wir gehen raus und setzen uns auf die Bank. Gestern wurde sie operiert, seit dem kann sie wieder laufen, als hätte sie nie einen Bandscheibenvorfall gehabt. Ich dagegen habe mittlerweile bei jedem Schritt Schmerzen.
Sie fängt an zu erzählen, ich höre nur halb zu. Ich kriege mit sie hätte gestern das halbe Krankenhaus zusammen geschrien, und merke wie stolz sie dabei wirkt. Ich verdrehe die Augen, aber sie sieht es nicht. Ich frage ob sie schon wüsste, wann sie entlassen wird. Bitte, bitte erst in ein paar Tagen ..."Montag oder Dienstag", antwortet sie knapp und zieht an ihrer Zigarette. Danke. Danke für die drei freien Tage.
Später hole ich mir noch eine Tasse Tee, wieder holt sie für mich kleine Tüten mit Zucker aus einer Schublade, wieder lege ich sie unbemerkt zurück. Ich hasse es, wenn man mir etwas schon 'bereitlegen'.
Als mein Erziehungsberechtigter, mein Bruder und ich wieder fahren, reden wir darüber, was es zum Mittagessen geben soll.  Ich überlege mir, was ich die nächsten Tage, so lange ich frei bin, essen werde. Und ob ich mehr Schmerztabletten nehmen soll, damit dieser Schmerz vorbeigeht ...

Mittwoch, 25. April 2012

Ich weiß, dass ich mir nicht viel erhoffen darf, ich weiß, dass es kein Versprechen ist. Und doch sitze ich hier, alles ist leise. Ich höre Vögel zwitschern. Stille. Ich spüre wie das Blut durch meinen Körper gepumpt wird, spüre und höre den Herzschlag. Mein Herz klopft gegen meine Brust, als würde es zerspringen wollen.
Ich bin hier her gerannt, zu diesen Ort, mitten im Nichts. Kein Versteck, und doch bin ich hier alleine. Es ist das Ende eines Weges, es endet einfach hier. Kurz vor einem Feld. Ich setze mich auf dem Boden. Seitenstiche, Rückenschmerzen. Ich spüre die Zerrung wieder. Die Tabletten wirken nur wenige Stunden; Mittags und Nachmittags sind die Schmerzen da.
Als sich mein Herz beruhigt und die Stiche verschwinden lächle ich. Er hat das Geld überwiesen. Er hat es überwiesen, verdammt, er hat es tatsächlich getan! Ich bin glücklich, auch wenn ein Teil von mir sich schon wieder darauf vorbereitet eine Absage zu bekommen. Ein Ticket ist kein Versprechen, du bist nie sicher.

Dienstag, 24. April 2012

Wir sitzen im Auto und schweigen uns an. Als wir Zuhause ankommen, gehe ich nichtssagend ins Haus, mache mir Kakao und hole meinen Joghurt raus. Ich frage mich, wie wenig ihm meine Gesundheit interessiert, ob ich ihm egal bin. Gerade war ich beim Arzt, er musste ein Medikament bezahlen. Das war das einzige was ihn interessierte, warum er denn Medizin bezahlen müsse. Aber er hat nicht wissen wollen was ich habe, ob es was schlimmes ist, ob ich zu einem anderen Arzt überwiesen werde. Nichts. Es hätte etwas mit meinen Nieren sein können, irgendeine Form von Krebs, die kommt so oft in unserer Familie vor. Verdammt, will er nicht mal wissen was ich habe? Ist wahrscheinlich nur eine Zerrung, wenn es nicht besser wird, soll ich noch mal zum Arzt. Danke für dein Interesse, Opa.
Sie kommt die Treppen runter und ist mal wieder genervt, sagt mir sie hätte die Nummer angerufen, aber es ist niemand drangegangen. Fragt wessen Nummer das denn jetzt sei. Die aus Hannover oder Hamm? Man merkt ihrer Stimme an, wie genervt sie ist, und das nervt automatisch auch mich.
"Was? Wieso Hannover? Das ist die Nummer von der aus Hamm", erkläre ich.
Sie meckert rum, stöhnt auf, lügt sagt dass ich doch vorhin gesagt hätte, das wäre die Nummer aus Hannover. Gibt vor, ich hätte sie vorhin falsch verstanden, ich hätte etwas falsches gesagt. Nein du Miststück, du! hast es falsch verstanden, ihr hört mir nie zu, ihr verdreht Tatsachen, ihr wollt nicht, dass ich glücklich bin.
Ich versuche zu erklären was es mit Hannover auf sich hat, sie lässt mich wieder nicht ausreden und meint wieder nur wie verwirrend das sei, und dass sie kein Bock mehr auf den ganzen Scheiß hat. Ich werfe ihr in Gedanken wieder Schimpfwörter zu.
Wenig später fragt sie wieder wann sie da wieder anrufen könnte, sodass jemand dran geht.
Um 20 Uhr telefonieren sie. Sie und ihre Mum. Ich hasse es, wenn sie mit Fremden telefoniert. Helle, überfreundliche Stimme, viel zu schnelles wirres Gerede. Aber als sie aufgelegt hat, machte sie einen positiven Eindruck. Findet ihre Mum nett, findet gut, dass sie Kontakt halten wollen, bla. Aber gut. Einen winzigen Schritt näher Düsseldorf. Nur mein Opa ist unsicher. Angst und so. Wollte erst nicht mal beim Gespräch dabei sein, sich wahrscheinlich nicht einmal anhören, ob sie findet, ihre Mum hört sich vertrauenswürdig an. Verdammt, Opa. Wieso interessiert dich mein Leben so verdammt wenig?! Selbst das Miststück interessiert es mehr, fragt wie es beim Arzt war. Auch wenn sie alles ausnutzt ...


54,8
Und der kleine Prinz sagte zu dem Mann: "Die Erwachsenen verstehen nie etwas von allein. Und für die Kinder ist es sehr lästig, Ihnen immer alles erklären zu müssen."

Montag, 9. April 2012

Der Fremde Besuch sitzt mir gegenüber, ihr Hund unterm Tisch. Gestern beim spazieren gehen ist er wegen Pferden so ausgeflippt, dass er sich aus seinem Geschirr gerissen hat.
Sie sieht mich an, und ich erwarte schon, dass sie gleich etwas sagt. "Was ist, Sabrina?" Ich hasse es, wenn mich Fremde so ansprechen, als würden sie mich länger als wenige Tage kennen.
"Was soll sein?", antworte ich müde. Nehme meinen Teller, gehe in die Küche und kratze das Fleisch in den Müll. Ich hasse Fleisch. 70g Kartoffeln und 30g Bohnen.

Später, nachdem ich mir einen Apfelpfannkuchen mit Zimt gemacht habe, höre ich das Tapsen vom Hund. Ich öffne meine Tür und sehe wie mein Erziehungsberechtigter den Hund wieder zu unseren Besuch bringt. Er ist wieder abgehauen, konnte erst im Nachbarort gehalten werden.
Ich möchte auch einen Hund, einen kleineren. Mit dem ich jeden Tag ein wenig spazieren gehen kann.

[continue]
Blut. Schmecke das metallische. Es fließt, hört nicht auf. Rotes Taschentuch. Blut. Blut. Blut. Blut.

Donnerstag, 29. März 2012

und plötzlich war alles verschwunden ...

Ich höre sie, wie sie falsch lacht, wie sie jemandens Stimme nachstellt. Meine Stimme. Ich höre, wie sie sich lächerlich macht, wie sie mich lächerlich machen will. Ich höre was ihr an mir nicht gefällt, was ich tue, was ich nicht tue und was ihr daran nicht passt. Ich höre Dinge, von denen sie vorgibt sie mir gesagt zu haben, es aber nie getan hat. Wie sie mich in den Schatten zu stellen versucht, und sich selber dabei vernünftig wirken lassen will. Wie sie vorgibt mich zu tadeln, mir beizubringen, dass meine Meinung falsch ist. In Wahrheit jedoch hat sie mich nicht getadelt; sie hatte einfach zugestimmt, mit mir gelacht, Vorschläge gemacht. Hinterlistige. Sie tut nur so als würde sie mich mögen. Sie schleimt und schleimt und schleimt, und lügt meinem Erziehungsberechtigtem dann vor, wie hartnäckig ich doch sei, obwohl sie mir ja von so vielem abgeraten hätte. Sie lügt.
Und plötzlich ist alles verschwunden. Die Narben auf meinem Arm, die Stimmen in meinem Kopf, die Angst. Alles, ich höre ihr nur noch benommen zu wie sie lügt.
Aber egal was ich tuen möchte, sie wird immer einen Weg finden, mich als ein hinterlistiges Kind hinzustellen.
Ich greife zur Glasscherbe und drücke sie in meine Haut.
Ich möchte fallen. ganz tief, so tief es mir möglich ist. Ich möchte sinken. Der Leichtigkeit, der krankhaften Faszination entgegen. Ich möchte am Abgrund meiner selbst stehen.
56,2

Donnerstag, 9. Februar 2012

Alkoholgestank.

Heute ist ein verschneiter ein trister ein scheiß Donnerstag.
Schule war in Ordnung, ich bin froh in Mathe nahezu alles zu verstehen. Ich hoffe ich schreib Montag eine Zwei in der Arbeit.
Nach der Schule, als ich Zuhause ankam, war nur mein Bruder da. Mein Erziehungsberechtigter und das Miststück haben unseren Besuch zum Bahnhof gebracht. Mein Bruder hat uns so Raviolis aus der Dose aufgewärmt.
Hab dann im Wohnzimmer Hausaufgaben gemacht. Ich liebe unser Wohnzimmer, wenn niemand anwesend ist. So schön ruhig. Dann hab ich Scrubs geguckt, bis sie wiederkamen. Bin in mein Zimmer geflüchtet. Sie war betrunken. Natürlich. Selbstverständlich. Irgendwann  kam sie dann auch rein und hat mich mit ihrer Alkoholfahne zugelabert, und wollte dass ich ihre Entschuldigung annehme. Sie hat mich gestern am Kragen gepackt und sowas. Aggressivität. Hab sie nicht angenommen. Hab ihr auch gesagt wieso. Dass es keinen Sinn hätte, weil sie ja eh immer wieder so reagiert. Sie wollte reden. Hab wieder abgelehnt. Bringt nichts, da kommt nur Scheiße bei raus. Wenn ihr etwas nicht passt, dann heißt es ich diskutiere wieder. Und das gefällt ihr dann wohl nicht so.   ...   Irgendwann ist sie dann auch aus meinem Zimmer gegangen. Ich will sie nicht mehr hier haben.
Nach einer Stunde bin ich mit meinem Erzeihungsberechtigten in die Stadt gefahren, unterwegs haben wir uns über sie unterhalten. Was uns alles an ihr aufregt, was ihre Fehler sind. Und er hat mir erzählt, dass er ihr jetzt ein Ultimatum gestellt hat. Auch ihm reicht es jetzt.
Es macht Spaß wenn mein Erziehungsberechtigter und ich uns so gut verstehen. Er ist ein guter Mensch.
Später ist sie dann wieder rüber zum Alkoholikernachbarn. Mein Erziehungsberechtigter hat ihr gesagt sie sollte da nicht hin, er will das nicht mehr; ist schon klar wieso. Sie ist trotzdem rüber. Er tut mir leid. Er hat geweint. Er hält das nicht aus, was sie mit uns macht. Mit ihm.

Samstag, 28. Januar 2012

Diese Leere macht zu viel Lärm

... und während man da sitzt und alles leer ist, kommt es einen viel zu Laut vor. Und wenn man dann noch solche komischen Schuldgefühle hat wie ich, bricht man halt in Tränen aus.