Ich höre ein Stockwerk unter mir das Telefon klingeln. Wenig später Schritte auf der Treppe, ich stehe auf und öffne meine Tür. Sie kommt um die Ecke, reicht mir das Telefon. Ich lächle. Ich wette, die fragen sich alle schon seit längerem, wieso ich ihnen immer zuvor komme. Seit einer Ewigkeit hat niemand meine Türklinke berührt. Ich war immer schneller. Ich höre ja, wenn jemand den langen Flur runterkommt.
Mitsamt Telefon gehe ich zurück in mein Zimmer, schließe die Tür.
»Hallo?«
»Hey!«, antwortet eine fröhliche Stimme. Ich kann sie nicht zuordnen.
»Ähm ...« Am Telefon hören sich doch fast alle gleich an. Wer kann das sein? Wer ruft mich denn mal an? Ich telefoniere eigentlich nie .. Die Stimme nennt meinen Namen.
»Ja.. ?« Man, wie geistreich ich doch bin.
»Hast du meine SMS bekommen?« Für einen Moment halte ich die Person am anderen Ende der Leitung für meine Sina.
»Nein. Scheiße, wo ist mein Handy?« Ich durchsuche mein Zimmer, keine Spur. »Ich find's nicht.«
Erst jetzt bemerke ich das Zittern in ihrer Stimme, mir wird klar, es ist nicht Sina. Schade. »Scheiße. Naja, muss jetzt auch so gehen. Ich muss dir unbedingt was erzählen, das gestern passiert ist.« Es ist Ka, mein Kätzchen. Oh ...
»Mh, 'kay«, murmle ich vor mich hin, suche noch immer mein Handy.
»Scheiße, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Es wäre viel einfacher, wenn du die SMS gelesen hättest. Oh Gott.« Oh Gott, allerdings. Ihre Stimme zittert noch immer. Etwas an ihrem Tonfall lässt mich ahnen, was in der SMS stand. OMG ich habe gerade mit einen Typen rumgemacht!, oder so etwas.
»Ich glaube ich les es dir einfach vor!«, beschließt Ka. Sie zitiert: »Hey, Nemo bitte antworte mal, es ist grad was verrücktes passiert, ich hab grad mit so nem Kerl rumgeknutscht! Meld dich!« Wusst ichs doch.
Ein Oh entfährt mir, dann beginne ich zu lachen. »Ka, du bist genial«, platzt es aus mir heraus. Das war alles viel zu logisch. Und aus irgendeinen Grund freut mich das für sie. Sie braucht das. Dumme Abenteuer, Geschichten, Spaß, Aufmerksamkeit. Was auch immer.
Ich setze mich auf meinen Stuhl, gebe die Handysuche auf. Es fühlt sich komisch an, zu hören was hundert Kilometer von mir passiert ist. Und das einzige was mir passiert ist, dass ich außeinanderquelle wie Hefeteig. Meine Ferien sind so verdammt langweilig.
Ka erzählt mir noch ein bisschen was, während ich meinen Schorf abkratze. Ich höre kaum zu, mache nicht mal mhh oder aha, sondern schweige ein wenig. Das ist okay so, das kennt sie so von mir.
Erst als es um Essen geht, horche ich auf. »Die Essenszeiten sind hier komisch. Also für mich, und den anderen, die mithelfen gibt es um acht Uhr morgens Frühstück. Für die hundert anderen erst um zwölf Uhr, weil die so lange schlafen. Und darum gibts auch für alle zusammen erst um siebzehn Uhr Mittagessen, und Abendbrot dann gar nicht.« Aus irgendeinen Grund fange ich an zu lachen. »Heute hab ich erst ein Toast und ein bisschen Rührei gegessen.« Etwas durchzuckt mich. Neid. Verdammt.
Ich zähle auf, was ich heute gegessen habe. In Gedanken schwör ich mir, dass es dabei bleibt.
»Du ich muss auflegen. Sonst bekommt Papa noch 'nen Anfall. Ich ruf die die Woche noch mal an, versprochen!«, sagt sie.
»Okay. Tschüß, viel Spaß noch.«
»Bye, dir auch. Bis dann.«
Ich drücke auf den roten Knopf, gucke aus Gewohnheit aufs Display. 9:17 Minuten. Stille.
Ich vermisse sie so. Ich werde sie mein Leben lang vermissen. Ich werde unsere gemeinsamen Pausen vermissen, unsere Sprints zum Schließfach, weil wir mal wieder unsere Englisch- oder Deutschbücher vergessen haben. Ich werde ihre aufgedrehte, etwas egoistische, verrückte Art vermissen. All das.
Heute graben sie ein Loch für mich, beschmutzen es mit Wörtern, die hineinpurzeln und für immer dort verweilen. Zeit verliert an Bedeutung.
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Donnerstag, 23. August 2012
Freitag, 17. August 2012
Perfect world
Ich wünschte, ich könnte weg von hier. In eine andere Welt, weit entfernt.Irgendwo hin. Vielleicht meine besten Freunde dabei.
Sie an den Händen nehmen, sie nie mehr loslassen.
Sich zusammen ein Leben aufbauen.
Selbstständiger werden. Ohne Druck von der Außenwelt.
Nicht wissen, was der nächste Tag bringt. Abgeschnitten von der Zivilisation.
Nach eigenen Regeln leben. Nicht wissen, welchen Krieg die anderen führen.
Einfach für mich sein, nur mit meinen besten Freunden.
Ich liebe euch alle.
FERTIG MIT DER WELT.
Samstag, 4. August 2012
Der Geruch nach verwelktem Leben.
Es fühlt sich seltsam an, wieder in meinem Zimmer zu sitzen. Eigentlich sollte es mir vertraut vorkommen, das alles. Wie es sich anfühlt, wenn ich die Wand im gehen berühre, den weichen Stoff meiner Decke auf dem Bett, die vertrockneten Blumen, die einst bunt waren, und jetzt bei jeder meiner Berührung in vergilbt braunen Flocken zu Boden schweben. Der Geruch dieses Ortes, von meinem Zuhause.
Doch es kommt mir eher.. fremd vor. Als wär das alles neu, oder eine Art Déjà-vu. Déjà-vu's passieren einem auch zum ersten Mal, und es kommt einen vor, als hätte man es schon erlebt.
Ich bin wieder da. In meinem Zimmer. Und ich liebe das Gefühl, mich wie ein Fremder zu fühlen.
Noch einmal fahre ich mit den Fingerspitzen meine Wand entlang und halte an der glatten, kühlen Stelle inne. Mein schwarzer Baum, den ich mit Lack auf die Tapete gepinselt hatte, ist noch immer nicht fertig. Ich betrachte ihn eine Weile. Sollte ich ihn irgendwann zu Ende malen? Die linke Hälfte ist vollständig. Viele Äste, kleinere Zweige, immer dünner und schmaler werdend, verirren sich auf grünem Hintergrund.
Die rechte Hälfte weißt nur ein paar dicke Äste auf, diese Seite sieht irgendwie .. tot aus. Tod. Sollte ich unter einem halbtoten Baum schlafen?
So fremd ich mich gerade fühle, umso wohler geht es mir, wenn ich darüber nachdenke. Ich lege den Kopf schief. Ja, halbtote Bäume haben etwas. Unvollständig, halbtot, halblebend. Eigen. Mein Baum ist eigen, nicht gewöhnlich. Und deshalb gehört er in dieses Zimmer einer Fremden, die sich selbst nicht kennt.
Doch es kommt mir eher.. fremd vor. Als wär das alles neu, oder eine Art Déjà-vu. Déjà-vu's passieren einem auch zum ersten Mal, und es kommt einen vor, als hätte man es schon erlebt.
Ich bin wieder da. In meinem Zimmer. Und ich liebe das Gefühl, mich wie ein Fremder zu fühlen.
Noch einmal fahre ich mit den Fingerspitzen meine Wand entlang und halte an der glatten, kühlen Stelle inne. Mein schwarzer Baum, den ich mit Lack auf die Tapete gepinselt hatte, ist noch immer nicht fertig. Ich betrachte ihn eine Weile. Sollte ich ihn irgendwann zu Ende malen? Die linke Hälfte ist vollständig. Viele Äste, kleinere Zweige, immer dünner und schmaler werdend, verirren sich auf grünem Hintergrund. Die rechte Hälfte weißt nur ein paar dicke Äste auf, diese Seite sieht irgendwie .. tot aus. Tod. Sollte ich unter einem halbtoten Baum schlafen?
So fremd ich mich gerade fühle, umso wohler geht es mir, wenn ich darüber nachdenke. Ich lege den Kopf schief. Ja, halbtote Bäume haben etwas. Unvollständig, halbtot, halblebend. Eigen. Mein Baum ist eigen, nicht gewöhnlich. Und deshalb gehört er in dieses Zimmer einer Fremden, die sich selbst nicht kennt.
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Fremd,
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Veränderung
Dienstag, 10. Juli 2012
Mein Kopf platzt gleich. Szenen, Momente von diesem Abend wirbeln in meinem Kopf rum. Ich habe vergessen, wie ich sie ordnen kann. Da ist zu viel im meinem Kopf, ich kann nicht mehr.
Ich, wie ich auf der Decke liege. Um uns die Wiese, schlechte Musik. Wir sind nah am Fluss. Du neben mir, um uns unsere alte Klasse. Al, nicht meine beste Freundin, aber eine unersetzliche. Ich werde müde, und das ist es was mich wirr werden lässt.
Du beugst dich zu mir, und ein Bild taucht in meinem Kopf auf. Für einen Moment, nur eine winzige Sekunde lang glaube ich du küsst mich jetzt. Und das was mich erschreckt ist, dass ich es zugelassen hätte. - Aber du küsst mich natürlich nicht. Du hälst mir einen kleinen Cracker an die Lippen, und ohne nachzudenken öffne ich meine Lippen. Ich muss lächeln, als du mich so fütterst. Einer aus unserer Klasse starrt uns an, doch das stört uns nicht.Ich verfüttere ein Y-Cräcker an dich.
Der Tag vergeht schnell. Schon eine Ewigkeit liege ich auf der Decke, und du hast deinen Kopf auf meinen Bauch gebettet. Und weil ich nicht anders kann, sind meine Hände in deinen Haaren vergraben und spielen mit ihnen. Du guckt auf dein Handy und zwei Stunden sind vergangen.
Doch an diesem Tag warst du nicht die Einzigste, die mich Verwirrt, hat. Obwohl ich noch keinen Schluck getrunken habe, fühle ich mich aufgekratzt, ich lache. Aber wieso? Darüber muss ich schon so lange nachdenken. Ist es, weil ich mich in Bücher flüchte? Die wahre Welt hinter mir lasse, mich von Märchen und unmöglichen Erwartungen einweben lasse? Erwartungen, davon trage ich schon zu viele mit mir rum. Aber vielleicht dehydriere ich; denn ich habe nicht nur Alkohol gemieden, sonder jegliche Art von Flüssigkeit heute. Aber kann Flüssigkeitsmangel einen irre werden lassen? So fühle ich mich.
Mein Kätzchen, dich habe ich seit dem Tag, an dem du schon um fünfzehn Uhr weg musstest, nicht mehr gesehen. Du berührst meinen Arm und das genieße ich. Und weil meine Gedanken nicht mehr kontrollierbar und normal sind, wünschte ich, du würdest dich zu mir legen, dich an mich kuscheln und mich die Welt vergessen lassen. Doch du sagst nur, dass ich mitkommen soll. Hier gibt es keine Toiletten, und alleine pinkeln gehen - wer will das schon. Also gehe ich mit und will so schnell wie möglich wieder zu meiner Decke und mich dort hinlegen.
Doch da begegnet wir ihm. Scheiße verdammt. Ich bin nicht mehr ganz klar im Kopf. Ich weiß was jetzt kommt - er ist betrunken, und knuddelbedürftig. Richtig gefährlich, denn das liebe ich. Ich denke so oft an dich die letzte Zeit, und wünsche mir immer mehr wir wärenbeste wenigstens gute Freunde.
Du kommst auf uns zu und breitest deine Arme aus. Es schmerzt, so sehr brauche ich diese Umarmung. Es schmerzt, deswegen hebe ich so wie du meine Arme und lasse mich nur allzu bereitwillig von dir umarmen. Ich brauche das viel zu sehr. Es sind nur wenige Sekunden, die ich mit aller Macht festzuhalten versuche. Du bist nun größer als ich, du bist gewachsen, im Gegensatz zu mir. Deine Arme sind stärker, drücken mich an dich, und ichdrücke klammere mich an dich. Ich will das genießen, doch habe ich verlernt wie das funktioniert. Irgendwie taumeln wir ein bisschen, aber ja du bist ja betrunken. Denn nüchtern umarmst du mich nie so. Überhaupt nicht. Ich inhaliere deinen Duft, ich lache, ich bin benebelt. »Wie viel hast du getrunken?« frage ich. Du nuschelst eine Antwort, doch die dringt gar nicht zu mir durch, weil sie mir egal ist.
Dieser viel zu kurze Moment, in dem so viel passieren zu sein scheint, zerplatzt und du löst dich aus der Umarmung. Du gehst, ich gehe.

Doch der Abend ist nicht vorbei. Als du mich das zweite mal diese Nacht in den Armen hälst, keuche ich auf. Du drückst mich so doll, dass ich für einen Moment keine Luft bekomme. Du lachst, und ich stimme mit ein. »So zerbrechlich«, höre ich dich sagen. »Klein, schwabbelig und zerbrechlich.« Du scherzt nur, doch irgendwo trifft es mich.
»Ja, ich bin schwabbelig«, gebe ich lachend zu.
»Bestehst nur aus Schwabbel und Knochen. Und Haare.« Lachen. Du löst dich wieder aus der Umarmung. Und wieder gehen wir aneinander vorbei. Mir wird klar, dass ich dich wohl möglich das letzte Mal umarmen durfte, dich das letzte Mal sehen. Dich werde ich am meisten vermissen.
Es vergehen einige Sekunden, als ich meinem Kätzchen beichte: »Ich will ihn nochmal umarmen.« Und ich weiß ganz genau, dass sie mich in diesem Moment für verrückt hält. Doch das bin ich schon den ganzen Tag. Verrückt, irre, krank, neben der Spur. Ich träume von Küssen und Umarmungen, sehne mich nach Liebe, nach Wärme. Sogar mein Kätzchen will ich jetzt einfach in die Arme ziehen, Ihr Gesicht in die Hände nehmen und sie küssen. Scheiße verdammt, was geht in mir vor? Was passiert mit mir?
Ich glaube, ich bin zerstört.
Ich, wie ich auf der Decke liege. Um uns die Wiese, schlechte Musik. Wir sind nah am Fluss. Du neben mir, um uns unsere alte Klasse. Al, nicht meine beste Freundin, aber eine unersetzliche. Ich werde müde, und das ist es was mich wirr werden lässt.
Du beugst dich zu mir, und ein Bild taucht in meinem Kopf auf. Für einen Moment, nur eine winzige Sekunde lang glaube ich du küsst mich jetzt. Und das was mich erschreckt ist, dass ich es zugelassen hätte. - Aber du küsst mich natürlich nicht. Du hälst mir einen kleinen Cracker an die Lippen, und ohne nachzudenken öffne ich meine Lippen. Ich muss lächeln, als du mich so fütterst. Einer aus unserer Klasse starrt uns an, doch das stört uns nicht.Ich verfüttere ein Y-Cräcker an dich.
Der Tag vergeht schnell. Schon eine Ewigkeit liege ich auf der Decke, und du hast deinen Kopf auf meinen Bauch gebettet. Und weil ich nicht anders kann, sind meine Hände in deinen Haaren vergraben und spielen mit ihnen. Du guckt auf dein Handy und zwei Stunden sind vergangen.
Doch an diesem Tag warst du nicht die Einzigste, die mich Verwirrt, hat. Obwohl ich noch keinen Schluck getrunken habe, fühle ich mich aufgekratzt, ich lache. Aber wieso? Darüber muss ich schon so lange nachdenken. Ist es, weil ich mich in Bücher flüchte? Die wahre Welt hinter mir lasse, mich von Märchen und unmöglichen Erwartungen einweben lasse? Erwartungen, davon trage ich schon zu viele mit mir rum. Aber vielleicht dehydriere ich; denn ich habe nicht nur Alkohol gemieden, sonder jegliche Art von Flüssigkeit heute. Aber kann Flüssigkeitsmangel einen irre werden lassen? So fühle ich mich.
Mein Kätzchen, dich habe ich seit dem Tag, an dem du schon um fünfzehn Uhr weg musstest, nicht mehr gesehen. Du berührst meinen Arm und das genieße ich. Und weil meine Gedanken nicht mehr kontrollierbar und normal sind, wünschte ich, du würdest dich zu mir legen, dich an mich kuscheln und mich die Welt vergessen lassen. Doch du sagst nur, dass ich mitkommen soll. Hier gibt es keine Toiletten, und alleine pinkeln gehen - wer will das schon. Also gehe ich mit und will so schnell wie möglich wieder zu meiner Decke und mich dort hinlegen.
Doch da begegnet wir ihm. Scheiße verdammt. Ich bin nicht mehr ganz klar im Kopf. Ich weiß was jetzt kommt - er ist betrunken, und knuddelbedürftig. Richtig gefährlich, denn das liebe ich. Ich denke so oft an dich die letzte Zeit, und wünsche mir immer mehr wir wären
Du kommst auf uns zu und breitest deine Arme aus. Es schmerzt, so sehr brauche ich diese Umarmung. Es schmerzt, deswegen hebe ich so wie du meine Arme und lasse mich nur allzu bereitwillig von dir umarmen. Ich brauche das viel zu sehr. Es sind nur wenige Sekunden, die ich mit aller Macht festzuhalten versuche. Du bist nun größer als ich, du bist gewachsen, im Gegensatz zu mir. Deine Arme sind stärker, drücken mich an dich, und ich
Dieser viel zu kurze Moment, in dem so viel passieren zu sein scheint, zerplatzt und du löst dich aus der Umarmung. Du gehst, ich gehe.

Doch der Abend ist nicht vorbei. Als du mich das zweite mal diese Nacht in den Armen hälst, keuche ich auf. Du drückst mich so doll, dass ich für einen Moment keine Luft bekomme. Du lachst, und ich stimme mit ein. »So zerbrechlich«, höre ich dich sagen. »Klein, schwabbelig und zerbrechlich.« Du scherzt nur, doch irgendwo trifft es mich.
»Ja, ich bin schwabbelig«, gebe ich lachend zu.
»Bestehst nur aus Schwabbel und Knochen. Und Haare.« Lachen. Du löst dich wieder aus der Umarmung. Und wieder gehen wir aneinander vorbei. Mir wird klar, dass ich dich wohl möglich das letzte Mal umarmen durfte, dich das letzte Mal sehen. Dich werde ich am meisten vermissen.
Es vergehen einige Sekunden, als ich meinem Kätzchen beichte: »Ich will ihn nochmal umarmen.« Und ich weiß ganz genau, dass sie mich in diesem Moment für verrückt hält. Doch das bin ich schon den ganzen Tag. Verrückt, irre, krank, neben der Spur. Ich träume von Küssen und Umarmungen, sehne mich nach Liebe, nach Wärme. Sogar mein Kätzchen will ich jetzt einfach in die Arme ziehen, Ihr Gesicht in die Hände nehmen und sie küssen. Scheiße verdammt, was geht in mir vor? Was passiert mit mir?
Ich glaube, ich bin zerstört.
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krank,
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Schmerzen,
Unsicherheit,
Veränderung
Mittwoch, 4. Juli 2012
Es fühlt sich einfach schrecklich an. Leere, irgendwo in mir. Ich liege in ihrem Bett und atme leise, schwer. Mir ist kotzübel. Darauf bedacht sie nicht zu wecken, schleiche ich ins Bad und setze mich auf den Toilettendeckel, hoffe darauf, dass die Magenkrämpfe und Würgreize durch ein Wunder verschwinden.
Ich kralle meine Finger in meine Wunden, doch körperliche Schmerzen können nichts auf der Welt ersetzen. Schmerzen bringen meine Gedanken und Gefühle nicht zum Schweigen.
Ich gebe auf und schleiche zurück in ihr Zimmer, setze mich neben sie. Eine Weile beobachte ich, wie sich ihre Brust hebt und senkt. Ich denke sie schläft noch, doch dann dreht sie sich um und schaut mir müde ins Gesicht.
»Schlaf weiter«, murmelt sie leise. »Nö«, gebe ich zurück, und doch lege ich mich neben sie und lausche ihrem Atem, bis er gleichmäßiger und ruhiger wird. Unbeschwert schläft sie weiter.
Ich hasse Menschen. Ich hasse Menschen. Ich hasse Menschen.
Menschen faszinieren mich, grausam und doch so empfindlich. Nur der Mensch erkennt, dass er alleine ist.
Ich kralle meine Finger in meine Wunden, doch körperliche Schmerzen können nichts auf der Welt ersetzen. Schmerzen bringen meine Gedanken und Gefühle nicht zum Schweigen.
Ich gebe auf und schleiche zurück in ihr Zimmer, setze mich neben sie. Eine Weile beobachte ich, wie sich ihre Brust hebt und senkt. Ich denke sie schläft noch, doch dann dreht sie sich um und schaut mir müde ins Gesicht.
»Schlaf weiter«, murmelt sie leise. »Nö«, gebe ich zurück, und doch lege ich mich neben sie und lausche ihrem Atem, bis er gleichmäßiger und ruhiger wird. Unbeschwert schläft sie weiter.
Menschen faszinieren mich, grausam und doch so empfindlich. Nur der Mensch erkennt, dass er alleine ist.
Montag, 4. Juni 2012
Ich frage meinen Erziehungsberechtigten, ob ich morgen mit Ka in die Stadt darf.
"Und wer bringt euch hin?"
"Wissen wir noch nicht", antworte ich.
Es vergehen einige Minuten ehe ich ihn dann endlich frage: "Kannst du uns morgen fahren?"
Er lacht und fragt: "Und wer holt euch ab?"
"Ka's Vater."
"Achso. Na dann ist das ja in Ordnung, wenn euch jemand abholt." Ich lächle.
Später höre ich ihn mit ihr darüber reden. Wie nicht anders zu erwarten, hat sie was dagegen.
"Was will die denn schon wieder in der Stadt? Sie war doch die ganzen letzten Wochen ständig unterwegs! War in Düsseldorf, zwei Tage hintereinander bei Ka und am Wochenende war Ka sie bei uns!"
Fick dich doch, denke ich mir. Einmal willst du, dass ich mehr unternehme, und jetzt ist es schlecht? Ich überlege ins Wohnzimmer zu gehen und mich zu verteidigen. Dass ich mit Ka Chemie machen musste (bzw. noch muss) und dass das am Wochenende doch sowieso ihre Idee war. Aber ich lasse es. Soll sie doch in ihrer Unzufriedenheit versinken.
"Außerdem", fängt sie wieder an. "Die hat doch garkein Geld mehr. Will sie die zehn Euro, die sie diesen Monat bekommen hat, gleich wieder ausgeben? Sie soll sich lieber mal überlegen was sie an ihrem Geburtstag machen will. Aber wehe die läd zwanzig Leute ein, dann schmeiß ich die alle raus.." Und weiterer Mist. Liebste Schlampe, ich habe noch 34€, hör mal besser auf so zu tun, als wüsstest du alles über mich. Ach und mein Geburtstag ist zwar erst in hundertzweiundvierzig Tagen, aber ich kann dir jetzt schon sagen, dass es nichts besonderes wird. Vielleicht feier ich auch gar nicht. Es ist nur mein achtzehnter Geburtstag. Es ist ein normaler Tag, nur eine Zahl die sich ändert. Ich steh nicht so auf Partys ..
Ich unterbreche meine Gedanken selbst und schleiche in mein Zimmer, schließe mich von der Welt aus.
"Und wer bringt euch hin?"
"Wissen wir noch nicht", antworte ich.
Es vergehen einige Minuten ehe ich ihn dann endlich frage: "Kannst du uns morgen fahren?"
Er lacht und fragt: "Und wer holt euch ab?"
"Ka's Vater."
"Achso. Na dann ist das ja in Ordnung, wenn euch jemand abholt." Ich lächle.
Später höre ich ihn mit ihr darüber reden. Wie nicht anders zu erwarten, hat sie was dagegen.
"Was will die denn schon wieder in der Stadt? Sie war doch die ganzen letzten Wochen ständig unterwegs! War in Düsseldorf, zwei Tage hintereinander bei Ka und am Wochenende war Ka sie bei uns!"
Fick dich doch, denke ich mir. Einmal willst du, dass ich mehr unternehme, und jetzt ist es schlecht? Ich überlege ins Wohnzimmer zu gehen und mich zu verteidigen. Dass ich mit Ka Chemie machen musste (bzw. noch muss) und dass das am Wochenende doch sowieso ihre Idee war. Aber ich lasse es. Soll sie doch in ihrer Unzufriedenheit versinken.
"Außerdem", fängt sie wieder an. "Die hat doch garkein Geld mehr. Will sie die zehn Euro, die sie diesen Monat bekommen hat, gleich wieder ausgeben? Sie soll sich lieber mal überlegen was sie an ihrem Geburtstag machen will. Aber wehe die läd zwanzig Leute ein, dann schmeiß ich die alle raus.." Und weiterer Mist. Liebste Schlampe, ich habe noch 34€, hör mal besser auf so zu tun, als wüsstest du alles über mich. Ach und mein Geburtstag ist zwar erst in hundertzweiundvierzig Tagen, aber ich kann dir jetzt schon sagen, dass es nichts besonderes wird. Vielleicht feier ich auch gar nicht. Es ist nur mein achtzehnter Geburtstag. Es ist ein normaler Tag, nur eine Zahl die sich ändert. Ich steh nicht so auf Partys ..
Ich unterbreche meine Gedanken selbst und schleiche in mein Zimmer, schließe mich von der Welt aus.
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