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Montag, 20. August 2012

brennende kunst.

Ich kaue auf meiner Unterlippe rum, mein Blick huscht zur Schranktür. Nein, lass das. Demonstrativ setze ich mich wieder vor mein Netbook. Check alles. Keine neuen Emails. Keine Benachrichtigungen. Das Video läd noch immer hoch ... obwohl, wahrscheinlich ist es irgendwie abgekackt, und das sieht nur so aus, als würde es noch hochladen. Dreck.
Wieder huscht mein Blick zum Schrank. Es wäre doch eigentlich nicht weiter Schlimm. Ein, zwei Kratzer mehr fallen nicht auf. Verdammt, reiß dich mal zusammen. Ich lege meinen Kopf auf die Tischplatte, und versuche die Kopfschmerzen zu verdrängen.
Haha. Ich Dreckskind. Ich hab das ja nicht verdient. Ich bin zu normal dafür.
Gott, wie ich mich hasse. Wie erbärmlich das alles ist. Wie neidisch ich bin, wie heftig Schuldgefühle ich habe, wie ich es hasse, alles. Hier und jetzt, alles, verdammt. Vergesst mich einfach mal, ich will niemanden wehtun oder nerven. NUTZLOS.

edit: Und schon sitz ich hier, drei brennende Striche an meiner Hüfte. Wunderbar symmetrisch. Hach, leben. Endlich. Verdammte scheiße.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Das Wasser im Spülbecken ist nun kalt. Die Schaumbläschen schon längst verschwunden. Benommen ziehe ich meine Hände aus dem Wasser und trockne sie ab. Wie lange stand ich dort? Meine Gedanken sind völlig durcheinander ich bin verwirrt, völlig hilflos.
Heute Morgen bin ich mit Wadenkrämpfen aufgewacht.  Ich hatte um mich geschlagen, gewimmert, bin aus dem Bett gefallen und auf dem Rücken gelandet. Für einen Moment hatte ich keine Luft mehr bekommen.
Das Ziehen in meinem Bein erinnert mich auch jetzt, Stunden später noch an den Krampf. Auch dieser brennende Kratzer am Knöchel; wahrscheinlich hatte ich mich unbewusst gekratzt. Die Rückenschmerzen vom Aufprall aber sind schon verschwunden. Ich dreh mich um, nur ganz kurz. Blicke über die Schulter und dann auf meine Hände. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Wieder diese Tagträume, diese Einbildungen, dumme Gedanken. Ich hatte mich umgedreht, mich umgeguckt. Doch da war .. Nichts. Ein leeres, schreiendes Nichts. Mein Hirn malt sich wunderbar schmerzhafte Momente aus. Da, eben als ich über meine Schulter geguckt habe .. für einen Moment hatte ich das Gefühl, dass da jemand ist, der mich von hinten umarmen will, mich vor der Welt beschützen. Doch da ist natürlich niemand, ich bin heute den halben Tag alleine zu Hause. Allein sein - das liebe ich. Aber das hier fühlt sich ganz anders an. Ich sehne mich, verzehre mich nach Liebe. Gleichzeitig will ich das nicht. Beziehungen, Liebe, Gefühle - all das ist zu Viel für mich und doch verlange ich nach mehr. Oder nach wenigstens etwas. Nur ein kleines Bisschen. Keine Einsamkeit.
Da breche ich in Tränen aus, meine Finger krallen sich in meine Oberschenkel, ich sinke zu Boden und kauere da eine Ewigkeit herum. Ich bin so nutzlos, gestört, krank.
Ich kann nicht mehr diesen Tagträumen Wunschträumen Einbildungen standhalten. Sie sind zu viel für mich. Ich brauche jemanden, der mich da rausholt. Aber bin ich das überhaupt wert? Sowas wird nie passieren. Nächste Woche 'Einschulung'. Hunderte fremde Gesichter. Irgendwo dazwischen drei, vier, die ich von meiner alten Schule kenne. Doch ich werde in eine Klasse kommen, wo ich niemanden kenne. Andere Fachrichtung halt. Drecksleben. Ich will nicht, ich will das nicht. Ich sehe sie vor mir, diese Gesichter. Die mich als das sehen, was ich bin, aber nie sein wollte. Bitte, bitte lass da jemanden sein, der so ist wie ich. Jemand mit dem ich mich anfreunde, mit dem ich reden kann. Irgendjemand. Ich brauche Halt. Alleine schaffe ich das einfach nicht.

Dienstag, 10. Juli 2012

Mein Kopf platzt gleich. Szenen, Momente von diesem Abend wirbeln in meinem Kopf rum. Ich habe vergessen, wie ich sie ordnen kann. Da ist zu viel im meinem Kopf, ich kann nicht mehr.
Ich, wie ich auf der Decke liege. Um uns die Wiese, schlechte Musik. Wir sind nah am Fluss. Du neben mir, um uns unsere alte Klasse. Al, nicht meine beste Freundin, aber eine unersetzliche. Ich werde müde, und das ist es was mich wirr werden lässt.
Du beugst dich zu mir, und ein Bild taucht in meinem Kopf auf. Für einen Moment, nur eine winzige Sekunde lang glaube ich du küsst mich jetzt. Und das was mich erschreckt ist, dass ich es zugelassen hätte. - Aber du küsst mich natürlich nicht. Du hälst mir einen kleinen Cracker an die Lippen, und ohne nachzudenken öffne ich meine Lippen. Ich muss lächeln, als du mich so fütterst. Einer aus unserer Klasse starrt uns an, doch das stört uns nicht.Ich verfüttere ein Y-Cräcker an dich.
Der Tag vergeht schnell. Schon eine Ewigkeit liege ich auf der Decke, und du hast deinen Kopf auf meinen Bauch gebettet. Und weil ich nicht anders kann, sind meine Hände in deinen Haaren vergraben und spielen mit ihnen. Du guckt auf dein Handy und zwei Stunden sind vergangen.
Doch an diesem Tag warst du nicht die Einzigste, die mich Verwirrt, hat. Obwohl ich noch keinen Schluck getrunken habe, fühle ich mich aufgekratzt, ich lache. Aber wieso? Darüber muss ich schon so lange nachdenken. Ist es, weil ich mich in Bücher flüchte? Die wahre Welt hinter mir lasse, mich von Märchen und unmöglichen Erwartungen einweben lasse? Erwartungen, davon trage ich schon zu viele mit mir rum. Aber vielleicht dehydriere ich; denn ich habe nicht nur Alkohol gemieden, sonder jegliche Art von Flüssigkeit heute. Aber kann Flüssigkeitsmangel einen irre werden lassen? So fühle ich mich.

Mein Kätzchen, dich habe ich seit dem Tag, an dem du schon um fünfzehn Uhr weg musstest, nicht mehr gesehen. Du berührst meinen Arm und das genieße ich. Und weil meine Gedanken nicht mehr kontrollierbar und normal sind, wünschte ich, du würdest dich zu mir legen, dich an mich kuscheln und mich die Welt vergessen lassen. Doch du sagst nur, dass ich mitkommen soll. Hier gibt es keine Toiletten, und alleine pinkeln gehen - wer will das schon. Also gehe ich mit und will so schnell wie möglich wieder zu meiner Decke und mich dort hinlegen.
Doch da begegnet wir ihm. Scheiße verdammt. Ich bin nicht mehr ganz klar im Kopf. Ich weiß was jetzt kommt - er ist betrunken, und knuddelbedürftig. Richtig gefährlich, denn das liebe ich. Ich denke so oft an dich die letzte Zeit, und wünsche mir immer mehr wir wären beste wenigstens gute Freunde.
Du kommst auf uns zu und breitest deine Arme aus. Es schmerzt, so sehr brauche ich diese Umarmung. Es schmerzt, deswegen hebe ich so wie du meine Arme und lasse mich nur allzu bereitwillig von dir umarmen. Ich brauche das viel zu sehr. Es sind nur wenige Sekunden, die ich mit aller Macht festzuhalten versuche. Du bist nun größer als ich, du bist gewachsen, im Gegensatz zu mir. Deine Arme sind stärker, drücken mich an dich, und ich drücke klammere mich an dich. Ich will das genießen, doch habe ich verlernt wie das funktioniert. Irgendwie taumeln wir ein bisschen, aber ja du bist ja betrunken. Denn nüchtern umarmst du mich nie so. Überhaupt nicht. Ich inhaliere deinen Duft, ich lache, ich bin benebelt. »Wie viel hast du getrunken?« frage ich. Du nuschelst eine Antwort, doch die dringt gar nicht zu mir durch, weil sie mir egal ist.
Dieser viel zu kurze Moment, in dem so viel passieren zu sein scheint, zerplatzt und du löst dich aus der Umarmung. Du gehst, ich gehe.


Doch der Abend ist nicht vorbei. Als du mich das zweite mal diese Nacht in den Armen hälst, keuche ich auf. Du drückst mich so doll, dass ich  für einen Moment keine Luft bekomme. Du lachst, und ich stimme mit ein. »So zerbrechlich«, höre ich dich sagen. »Klein, schwabbelig und zerbrechlich.« Du scherzt nur, doch irgendwo trifft es mich.
»Ja, ich bin schwabbelig«, gebe ich lachend zu.
»Bestehst nur aus Schwabbel und Knochen. Und Haare.« Lachen. Du löst dich wieder aus der Umarmung. Und wieder gehen wir aneinander vorbei. Mir wird klar, dass ich dich wohl möglich das letzte Mal umarmen durfte, dich das letzte Mal sehen. Dich werde ich am meisten vermissen.
Es vergehen einige Sekunden, als ich meinem Kätzchen beichte: »Ich will ihn nochmal umarmen.« Und ich weiß ganz genau, dass sie mich in diesem Moment für verrückt hält. Doch das bin ich schon den ganzen Tag. Verrückt, irre, krank, neben der Spur. Ich träume von Küssen und Umarmungen, sehne mich nach Liebe, nach Wärme. Sogar mein Kätzchen will ich jetzt einfach in die Arme ziehen, Ihr Gesicht in die Hände nehmen und sie küssen. Scheiße verdammt, was geht in mir vor? Was passiert mit mir?
Ich glaube, ich bin zerstört.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Es fühlt sich einfach schrecklich an. Leere, irgendwo in mir. Ich liege in ihrem Bett und atme leise, schwer. Mir ist kotzübel. Darauf bedacht sie nicht zu wecken, schleiche ich ins Bad und setze mich auf den Toilettendeckel, hoffe darauf, dass die Magenkrämpfe und Würgreize durch ein Wunder verschwinden.
Ich kralle meine Finger in meine Wunden, doch körperliche Schmerzen können nichts auf der Welt ersetzen. Schmerzen bringen meine Gedanken und Gefühle nicht zum Schweigen.

Ich gebe auf und schleiche zurück in ihr Zimmer, setze mich neben sie. Eine Weile beobachte ich, wie sich ihre Brust hebt und senkt. Ich denke sie schläft noch, doch dann dreht sie sich um und schaut mir müde ins Gesicht.
»Schlaf weiter«, murmelt sie leise. »Nö«, gebe ich zurück, und doch lege ich mich neben sie und lausche ihrem Atem, bis er gleichmäßiger und ruhiger wird. Unbeschwert schläft sie weiter.
Ich hasse Menschen. Ich hasse Menschen. Ich hasse Menschen.
Menschen faszinieren mich, grausam und doch so empfindlich. Nur der Mensch erkennt, dass er alleine ist.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Bevor ich sterbe

alle Bilder in der Schule gemacht

 Kunst ist Liebe. <3

Gegen 0 Uhr rum wurde mir schlecht. Dachte, das lag am Hunger. Aber dann bin ich trotzdem ins Bad gegangen. Immer wenn es mir nicht gut geht, gehe ich ins Bad. Mein Gedächtnis verknüpft das mit mir-geht-es-gut. Die Toilette ist nämlich das einzige .. Örtchen, wo ich freiwillig reinkotzen würde.
Also sitze ich da, mir wird immer schwummriger. Meine Speichel wird dünn und hitzig, ich verbrenne innerlich. Es schmeckt nach Krankheit. Ich atmete immer schneller, Schlucke die Speichel immer schneller und häufiger runter, als könnte ich so alles wieder normalisieren.
Und irgendwie tat es das dann auch. Die Hitze wurde zur Kälte, und die Kälte vereinte sich mit derer, die Fliesen in sich tragen, als ich mit der Wange den Boden berühre. Ich habe mich einfach zusammengekauert und gehofft es würde nicht wieder kommen.
Es kam nicht wieder.