Ich höre ein Stockwerk unter mir das Telefon klingeln. Wenig später Schritte auf der Treppe, ich stehe auf und öffne meine Tür. Sie kommt um die Ecke, reicht mir das Telefon. Ich lächle. Ich wette, die fragen sich alle schon seit längerem, wieso ich ihnen immer zuvor komme. Seit einer Ewigkeit hat niemand meine Türklinke berührt. Ich war immer schneller. Ich höre ja, wenn jemand den langen Flur runterkommt.
Mitsamt Telefon gehe ich zurück in mein Zimmer, schließe die Tür.
»Hallo?«
»Hey!«, antwortet eine fröhliche Stimme. Ich kann sie nicht zuordnen.
»Ähm ...« Am Telefon hören sich doch fast alle gleich an. Wer kann das sein? Wer ruft mich denn mal an? Ich telefoniere eigentlich nie .. Die Stimme nennt meinen Namen.
»Ja.. ?« Man, wie geistreich ich doch bin.
»Hast du meine SMS bekommen?« Für einen Moment halte ich die Person am anderen Ende der Leitung für meine Sina.
»Nein. Scheiße, wo ist mein Handy?« Ich durchsuche mein Zimmer, keine Spur. »Ich find's nicht.«
Erst jetzt bemerke ich das Zittern in ihrer Stimme, mir wird klar, es ist nicht Sina. Schade. »Scheiße. Naja, muss jetzt auch so gehen. Ich muss dir unbedingt was erzählen, das gestern passiert ist.« Es ist Ka, mein Kätzchen. Oh ...
»Mh, 'kay«, murmle ich vor mich hin, suche noch immer mein Handy.
»Scheiße, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Es wäre viel einfacher, wenn du die SMS gelesen hättest. Oh Gott.« Oh Gott, allerdings. Ihre Stimme zittert noch immer. Etwas an ihrem Tonfall lässt mich ahnen, was in der SMS stand. OMG ich habe gerade mit einen Typen rumgemacht!, oder so etwas.
»Ich glaube ich les es dir einfach vor!«, beschließt Ka. Sie zitiert: »Hey, Nemo bitte antworte mal, es ist grad was verrücktes passiert, ich hab grad mit so nem Kerl rumgeknutscht! Meld dich!« Wusst ichs doch.
Ein Oh entfährt mir, dann beginne ich zu lachen. »Ka, du bist genial«, platzt es aus mir heraus. Das war alles viel zu logisch. Und aus irgendeinen Grund freut mich das für sie. Sie braucht das. Dumme Abenteuer, Geschichten, Spaß, Aufmerksamkeit. Was auch immer.
Ich setze mich auf meinen Stuhl, gebe die Handysuche auf. Es fühlt sich komisch an, zu hören was hundert Kilometer von mir passiert ist. Und das einzige was mir passiert ist, dass ich außeinanderquelle wie Hefeteig. Meine Ferien sind so verdammt langweilig.
Ka erzählt mir noch ein bisschen was, während ich meinen Schorf abkratze. Ich höre kaum zu, mache nicht mal mhh oder aha, sondern schweige ein wenig. Das ist okay so, das kennt sie so von mir.
Erst als es um Essen geht, horche ich auf. »Die Essenszeiten sind hier komisch. Also für mich, und den anderen, die mithelfen gibt es um acht Uhr morgens Frühstück. Für die hundert anderen erst um zwölf Uhr, weil die so lange schlafen. Und darum gibts auch für alle zusammen erst um siebzehn Uhr Mittagessen, und Abendbrot dann gar nicht.« Aus irgendeinen Grund fange ich an zu lachen. »Heute hab ich erst ein Toast und ein bisschen Rührei gegessen.« Etwas durchzuckt mich. Neid. Verdammt.
Ich zähle auf, was ich heute gegessen habe. In Gedanken schwör ich mir, dass es dabei bleibt.
»Du ich muss auflegen. Sonst bekommt Papa noch 'nen Anfall. Ich ruf die die Woche noch mal an, versprochen!«, sagt sie.
»Okay. Tschüß, viel Spaß noch.«
»Bye, dir auch. Bis dann.«
Ich drücke auf den roten Knopf, gucke aus Gewohnheit aufs Display. 9:17 Minuten. Stille.
Ich vermisse sie so. Ich werde sie mein Leben lang vermissen. Ich werde unsere gemeinsamen Pausen vermissen, unsere Sprints zum Schließfach, weil wir mal wieder unsere Englisch- oder Deutschbücher vergessen haben. Ich werde ihre aufgedrehte, etwas egoistische, verrückte Art vermissen. All das.
Heute graben sie ein Loch für mich, beschmutzen es mit Wörtern, die hineinpurzeln und für immer dort verweilen. Zeit verliert an Bedeutung.
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Donnerstag, 23. August 2012
Donnerstag, 12. Juli 2012
Das Wasser im Spülbecken ist nun kalt. Die Schaumbläschen schon längst verschwunden. Benommen ziehe ich meine Hände aus dem Wasser und trockne sie ab. Wie lange stand ich dort? Meine Gedanken sind völlig durcheinander ich bin verwirrt, völlig hilflos.
Heute Morgen bin ich mit Wadenkrämpfen aufgewacht. Ich hatte um mich geschlagen, gewimmert, bin aus dem Bett gefallen und auf dem Rücken gelandet. Für einen Moment hatte ich keine Luft mehr bekommen.
Das Ziehen in meinem Bein erinnert mich auch jetzt, Stunden später noch an den Krampf. Auch dieser brennende Kratzer am Knöchel; wahrscheinlich hatte ich mich unbewusst gekratzt. Die Rückenschmerzen vom Aufprall aber sind schon verschwunden. Ich dreh mich um, nur ganz kurz. Blicke über die Schulter und dann auf meine Hände. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Wieder diese Tagträume, diese Einbildungen, dumme Gedanken. Ich hatte mich umgedreht, mich umgeguckt. Doch da war .. Nichts. Ein leeres, schreiendes Nichts. Mein Hirn malt sich wunderbar schmerzhafte Momente aus. Da, eben als ich über meine Schulter geguckt habe .. für einen Moment hatte ich das Gefühl, dass da jemand ist, der mich von hinten umarmen will, mich vor der Welt beschützen. Doch da ist natürlich niemand, ich bin heute den halben Tag alleine zu Hause. Allein sein - das liebe ich. Aber das hier fühlt sich ganz anders an. Ich sehne mich, verzehre mich nach Liebe. Gleichzeitig will ich das nicht. Beziehungen, Liebe, Gefühle - all das ist zu Viel für mich und doch verlange ich nach mehr. Oder nach wenigstens etwas. Nur ein kleines Bisschen. Keine Einsamkeit.
Da breche ich in Tränen aus, meine Finger krallen sich in meine Oberschenkel, ich sinke zu Boden und kauere da eine Ewigkeit herum. Ich bin so nutzlos, gestört, krank.
Heute Morgen bin ich mit Wadenkrämpfen aufgewacht. Ich hatte um mich geschlagen, gewimmert, bin aus dem Bett gefallen und auf dem Rücken gelandet. Für einen Moment hatte ich keine Luft mehr bekommen.
Das Ziehen in meinem Bein erinnert mich auch jetzt, Stunden später noch an den Krampf. Auch dieser brennende Kratzer am Knöchel; wahrscheinlich hatte ich mich unbewusst gekratzt. Die Rückenschmerzen vom Aufprall aber sind schon verschwunden. Ich dreh mich um, nur ganz kurz. Blicke über die Schulter und dann auf meine Hände. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Wieder diese Tagträume, diese Einbildungen, dumme Gedanken. Ich hatte mich umgedreht, mich umgeguckt. Doch da war .. Nichts. Ein leeres, schreiendes Nichts. Mein Hirn malt sich wunderbar schmerzhafte Momente aus. Da, eben als ich über meine Schulter geguckt habe .. für einen Moment hatte ich das Gefühl, dass da jemand ist, der mich von hinten umarmen will, mich vor der Welt beschützen. Doch da ist natürlich niemand, ich bin heute den halben Tag alleine zu Hause. Allein sein - das liebe ich. Aber das hier fühlt sich ganz anders an. Ich sehne mich, verzehre mich nach Liebe. Gleichzeitig will ich das nicht. Beziehungen, Liebe, Gefühle - all das ist zu Viel für mich und doch verlange ich nach mehr. Oder nach wenigstens etwas. Nur ein kleines Bisschen. Keine Einsamkeit.
Da breche ich in Tränen aus, meine Finger krallen sich in meine Oberschenkel, ich sinke zu Boden und kauere da eine Ewigkeit herum. Ich bin so nutzlos, gestört, krank.
Ich kann nicht mehr diesen Tagträumen Wunschträumen Einbildungen standhalten. Sie sind zu viel für mich. Ich brauche jemanden, der mich da rausholt. Aber bin ich das überhaupt wert? Sowas wird nie passieren. Nächste Woche 'Einschulung'. Hunderte fremde Gesichter. Irgendwo dazwischen drei, vier, die ich von meiner alten Schule kenne. Doch ich werde in eine Klasse kommen, wo ich niemanden kenne. Andere Fachrichtung halt. Drecksleben. Ich will nicht, ich will das nicht. Ich sehe sie vor mir, diese Gesichter. Die mich als das sehen, was ich bin, aber nie sein wollte. Bitte, bitte lass da jemanden sein, der so ist wie ich. Jemand mit dem ich mich anfreunde, mit dem ich reden kann. Irgendjemand. Ich brauche Halt. Alleine schaffe ich das einfach nicht.
Mittwoch, 4. Juli 2012
Es fühlt sich einfach schrecklich an. Leere, irgendwo in mir. Ich liege in ihrem Bett und atme leise, schwer. Mir ist kotzübel. Darauf bedacht sie nicht zu wecken, schleiche ich ins Bad und setze mich auf den Toilettendeckel, hoffe darauf, dass die Magenkrämpfe und Würgreize durch ein Wunder verschwinden.
Ich kralle meine Finger in meine Wunden, doch körperliche Schmerzen können nichts auf der Welt ersetzen. Schmerzen bringen meine Gedanken und Gefühle nicht zum Schweigen.
Ich gebe auf und schleiche zurück in ihr Zimmer, setze mich neben sie. Eine Weile beobachte ich, wie sich ihre Brust hebt und senkt. Ich denke sie schläft noch, doch dann dreht sie sich um und schaut mir müde ins Gesicht.
»Schlaf weiter«, murmelt sie leise. »Nö«, gebe ich zurück, und doch lege ich mich neben sie und lausche ihrem Atem, bis er gleichmäßiger und ruhiger wird. Unbeschwert schläft sie weiter.
Ich hasse Menschen. Ich hasse Menschen. Ich hasse Menschen.
Menschen faszinieren mich, grausam und doch so empfindlich. Nur der Mensch erkennt, dass er alleine ist.
Ich kralle meine Finger in meine Wunden, doch körperliche Schmerzen können nichts auf der Welt ersetzen. Schmerzen bringen meine Gedanken und Gefühle nicht zum Schweigen.
Ich gebe auf und schleiche zurück in ihr Zimmer, setze mich neben sie. Eine Weile beobachte ich, wie sich ihre Brust hebt und senkt. Ich denke sie schläft noch, doch dann dreht sie sich um und schaut mir müde ins Gesicht.
»Schlaf weiter«, murmelt sie leise. »Nö«, gebe ich zurück, und doch lege ich mich neben sie und lausche ihrem Atem, bis er gleichmäßiger und ruhiger wird. Unbeschwert schläft sie weiter.
Menschen faszinieren mich, grausam und doch so empfindlich. Nur der Mensch erkennt, dass er alleine ist.
Samstag, 23. Juni 2012
Mein Bruder ruft mich, ich soll rauskommen. Also gehe ich runter, öffne die Tür und trete hinaus. Ich sehe meine Oma auf einen unserer Gartenstühle sitzen, und erwarte für einen Moment meinen Opa neben ihr zu sehen. Beim näherkommen muss ich allerdings feststellen, dass dort nur meine Oma sitzt, ich dreh mich um und sehe, dass meine Tante mitgekommen ist. Mein Opa ist letztes Jahr gestorben, wie sollte er hier sitzen? Es ist das erste Mal seit dem Tod meines Opas, dass meine Oma uns besuchen kommt. Sie wirkt nicht unglücklich, sie sitzt dort wie immer und lächelt.
Meine Tante begrüßt mich indem sie mir die Hand reicht, unpersönlich. Ich lächele. Sie hält mir eine Tüte hin und sagt, dass sie mir ein Ballkleid schenken könnte, wenn es mir denn passt. Ich nehme die Tüte entgegen und schaue rein. Rot und weiß. Ich sage danke, und sage ich werde es mal eben anprobieren.
In meinem Zimmer stehe ich vorm Spiegel, das weiche Rote Kleid fließt an mir herab, ist aber gleichzeitig leicht und irgendwie bauschig. Es ist seltsam rot, glänzt aber schwarzrot im Licht. Eine halbe Ewigkeit betrachte ich mich im Spiegel. Es ist schön, ein wunderschönes Ballkleid, das mir auch noch passt. Schade eigentlich. Ich seufze und ziehe es wieder aus. Ich lege es zusammen und bereue es ein klein wenig, dass ich nicht zum Abschlussball gehen werde.
Ich gehe wieder in den Garten und sage, dass es passt. "Gefällt es dir auch?", will meine Tante wissen. Ich nicke. "Aber.. ich habe mich ja schon entschieden nicht zum Abschlussball zu gehen. Zur Party ja, Ball nicht." Während ich erkläre, schaue ich auf den Boden. Ich fühle mich mies, weil meine Tante mir ein Kleid mitgebracht hat, dass wunderschön ist, aber ich nicht tragen werde, nicht tragen kann. Wie erwartet schauen mich alle seltsam an, auch mein Erziehungsberechtigter, obwohl er das ja schon wusste. Als würde er von mir erwarten, zum Ball zu gehen, nur des Kleides wegen, der Höflichkeit wegen. Aber ich bin es leid das zu tun, was andere von mir erwarten.
Ich weiß nicht mehr was ich tun soll, ohne bei allem, was ich entscheide, Schuldgefühle zu haben.
Meine Tante begrüßt mich indem sie mir die Hand reicht, unpersönlich. Ich lächele. Sie hält mir eine Tüte hin und sagt, dass sie mir ein Ballkleid schenken könnte, wenn es mir denn passt. Ich nehme die Tüte entgegen und schaue rein. Rot und weiß. Ich sage danke, und sage ich werde es mal eben anprobieren.
In meinem Zimmer stehe ich vorm Spiegel, das weiche Rote Kleid fließt an mir herab, ist aber gleichzeitig leicht und irgendwie bauschig. Es ist seltsam rot, glänzt aber schwarzrot im Licht. Eine halbe Ewigkeit betrachte ich mich im Spiegel. Es ist schön, ein wunderschönes Ballkleid, das mir auch noch passt. Schade eigentlich. Ich seufze und ziehe es wieder aus. Ich lege es zusammen und bereue es ein klein wenig, dass ich nicht zum Abschlussball gehen werde.
Ich gehe wieder in den Garten und sage, dass es passt. "Gefällt es dir auch?", will meine Tante wissen. Ich nicke. "Aber.. ich habe mich ja schon entschieden nicht zum Abschlussball zu gehen. Zur Party ja, Ball nicht." Während ich erkläre, schaue ich auf den Boden. Ich fühle mich mies, weil meine Tante mir ein Kleid mitgebracht hat, dass wunderschön ist, aber ich nicht tragen werde, nicht tragen kann. Wie erwartet schauen mich alle seltsam an, auch mein Erziehungsberechtigter, obwohl er das ja schon wusste. Als würde er von mir erwarten, zum Ball zu gehen, nur des Kleides wegen, der Höflichkeit wegen. Aber ich bin es leid das zu tun, was andere von mir erwarten.Ich weiß nicht mehr was ich tun soll, ohne bei allem, was ich entscheide, Schuldgefühle zu haben.
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Leere,
Stille,
Tod,
Unsicherheit
Donnerstag, 10. Mai 2012
Mittwoch, 9. Mai 2012
Not
[x] fasten
[x] lesen
[x] Checkliste machen
[ ] spazieren gehen
Bin heute gefühlslos, alles prallt an mir ab, jeder Blick ist mir egal, jede Berührung unbedeutend. Kein Hunger, kein Durst. Angst. Stille. 55,1kg, 54,9kg. Noch sechzehn Tage. Kälte, Nässe, Regen. Schmerzen, plötzlich. Zu lange gesessen. Bewegung. Ablenkung. Gewonnen, Verloren? Ich will fallen, ich will fliegen. Ich verliere mich. Lese bis ich einschlafe. Träume von bösen Dingen. Von Menschen und unerreichter Perfektion. Ich bin nemo.
[x] lesen
[x] Checkliste machen
[ ] spazieren gehen
Bin heute gefühlslos, alles prallt an mir ab, jeder Blick ist mir egal, jede Berührung unbedeutend. Kein Hunger, kein Durst. Angst. Stille. 55,1kg, 54,9kg. Noch sechzehn Tage. Kälte, Nässe, Regen. Schmerzen, plötzlich. Zu lange gesessen. Bewegung. Ablenkung. Gewonnen, Verloren? Ich will fallen, ich will fliegen. Ich verliere mich. Lese bis ich einschlafe. Träume von bösen Dingen. Von Menschen und unerreichter Perfektion. Ich bin nemo.
Freitag, 6. April 2012
Ich liege zusammengerollt auf dem kalten Boden. Reiße die knirschende Verpackung vom Osterhasen aus Schokolade und beiße ihm die Ohren ab. Kein Sonnenstrahl stiehlt sich durch mein Fenster, kein einziger.Heute Morgen wollten sie eigentlich wegfahren, mal wieder, doch sie wollte dann doch nicht. Nach dem Mittagessen waren sie plötzlich doch weg.
Ich drehe mich auf den Rücken und beobachte das Muster meiner Zimmerdecke. Weiß. Hier und da noch Spinnennetzüberreste. Vielleicht sollte ich sie mal wegmachen. Der Fernseher dröhnt, ich höre die Werbung. Ich bin allein, so gut wie allein. Das Haus steht leer. Es fühlt sich leicht an. Befreiend.
Irgendwann vergesse ich das.
Mir fehlt die Ablenkung Morgens und Mittags. Mir fehlen die Worte, von fremden Erwachsenen, die durch den Raum hallen. K fehlt mir. Ich brauch wieder Schule.
Donnerstag, 29. März 2012
und plötzlich war alles verschwunden ...
Ich höre sie, wie sie falsch lacht, wie sie jemandens Stimme nachstellt. Meine Stimme. Ich höre, wie sie sich lächerlich macht, wie sie mich lächerlich machen will. Ich höre was ihr an mir nicht gefällt, was ich tue, was ich nicht tue und was ihr daran nicht passt. Ich höre Dinge, von denen sie vorgibt sie mir gesagt zu haben, es aber nie getan hat. Wie sie mich in den Schatten zu stellen versucht, und sich selber dabei vernünftig wirken lassen will. Wie sie vorgibt mich zu tadeln, mir beizubringen, dass meine Meinung falsch ist. In Wahrheit jedoch hat sie mich nicht getadelt; sie hatte einfach zugestimmt, mit mir gelacht, Vorschläge gemacht. Hinterlistige. Sie tut nur so als würde sie mich mögen. Sie schleimt und schleimt und schleimt, und lügt meinem Erziehungsberechtigtem dann vor, wie hartnäckig ich doch sei, obwohl sie mir ja von so vielem abgeraten hätte. Sie lügt.
Und plötzlich ist alles verschwunden. Die Narben auf meinem Arm, die Stimmen in meinem Kopf, die Angst. Alles, ich höre ihr nur noch benommen zu wie sie lügt.
Aber egal was ich tuen möchte, sie wird immer einen Weg finden, mich als ein hinterlistiges Kind hinzustellen.
Ich greife zur Glasscherbe und drücke sie in meine Haut.
Ich möchte fallen. ganz tief, so tief es mir möglich ist. Ich möchte sinken. Der Leichtigkeit, der krankhaften Faszination entgegen. Ich möchte am Abgrund meiner selbst stehen.
56,2
Und plötzlich ist alles verschwunden. Die Narben auf meinem Arm, die Stimmen in meinem Kopf, die Angst. Alles, ich höre ihr nur noch benommen zu wie sie lügt.
Aber egal was ich tuen möchte, sie wird immer einen Weg finden, mich als ein hinterlistiges Kind hinzustellen.
Ich greife zur Glasscherbe und drücke sie in meine Haut.
Ich möchte fallen. ganz tief, so tief es mir möglich ist. Ich möchte sinken. Der Leichtigkeit, der krankhaften Faszination entgegen. Ich möchte am Abgrund meiner selbst stehen.
56,2
Donnerstag, 9. Februar 2012
Alkoholgestank.
Heute ist ein verschneiter ein trister ein scheiß Donnerstag.
Schule war in Ordnung, ich bin froh in Mathe nahezu alles zu verstehen. Ich hoffe ich schreib Montag eine Zwei in der Arbeit.
Nach der Schule, als ich Zuhause ankam, war nur mein Bruder da. Mein Erziehungsberechtigter und das Miststück haben unseren Besuch zum Bahnhof gebracht. Mein Bruder hat uns so Raviolis aus der Dose aufgewärmt.
Hab dann im Wohnzimmer Hausaufgaben gemacht. Ich liebe unser Wohnzimmer, wenn niemand anwesend ist. So schön ruhig. Dann hab ich Scrubs geguckt, bis sie wiederkamen. Bin in mein Zimmer geflüchtet. Sie war betrunken.Natürlich. Selbstverständlich. Irgendwann kam sie dann auch rein und hat mich mit ihrer Alkoholfahne zugelabert, und wollte dass ich ihre Entschuldigung annehme. Sie hat mich gestern am Kragen gepackt und sowas. Aggressivität. Hab sie nicht angenommen. Hab ihr auch gesagt wieso. Dass es keinen Sinn hätte, weil sie ja eh immer wieder so reagiert. Sie wollte reden. Hab wieder abgelehnt. Bringt nichts, da kommt nur Scheiße bei raus. Wenn ihr etwas nicht passt, dann heißt es ich diskutiere wieder. Und das gefällt ihr dann wohl nicht so. ... Irgendwann ist sie dann auch aus meinem Zimmer gegangen. Ich will sie nicht mehr hier haben.
Nach einer Stunde bin ich mit meinem Erzeihungsberechtigten in die Stadt gefahren, unterwegs haben wir uns über sie unterhalten. Was uns alles an ihr aufregt, was ihre Fehler sind. Und er hat mir erzählt, dass er ihr jetzt ein Ultimatum gestellt hat. Auch ihm reicht es jetzt.
Es macht Spaß wenn mein Erziehungsberechtigter und ich uns so gut verstehen. Er ist ein guter Mensch.
Später ist sie dann wieder rüber zum Alkoholikernachbarn. Mein Erziehungsberechtigter hat ihr gesagt sie sollte da nicht hin, er will das nicht mehr; ist schon klar wieso. Sie ist trotzdem rüber. Er tut mir leid. Er hat geweint. Er hält das nicht aus, was sie mit uns macht. Mit ihm.
Schule war in Ordnung, ich bin froh in Mathe nahezu alles zu verstehen. Ich hoffe ich schreib Montag eine Zwei in der Arbeit.
Nach der Schule, als ich Zuhause ankam, war nur mein Bruder da. Mein Erziehungsberechtigter und das Miststück haben unseren Besuch zum Bahnhof gebracht. Mein Bruder hat uns so Raviolis aus der Dose aufgewärmt.
Hab dann im Wohnzimmer Hausaufgaben gemacht. Ich liebe unser Wohnzimmer, wenn niemand anwesend ist. So schön ruhig. Dann hab ich Scrubs geguckt, bis sie wiederkamen. Bin in mein Zimmer geflüchtet. Sie war betrunken.
Nach einer Stunde bin ich mit meinem Erzeihungsberechtigten in die Stadt gefahren, unterwegs haben wir uns über sie unterhalten. Was uns alles an ihr aufregt, was ihre Fehler sind. Und er hat mir erzählt, dass er ihr jetzt ein Ultimatum gestellt hat. Auch ihm reicht es jetzt.
Es macht Spaß wenn mein Erziehungsberechtigter und ich uns so gut verstehen. Er ist ein guter Mensch.
Später ist sie dann wieder rüber zum Alkoholikernachbarn. Mein Erziehungsberechtigter hat ihr gesagt sie sollte da nicht hin, er will das nicht mehr; ist schon klar wieso. Sie ist trotzdem rüber. Er tut mir leid. Er hat geweint. Er hält das nicht aus, was sie mit uns macht. Mit ihm.
Samstag, 28. Januar 2012
Diese Leere macht zu viel Lärm
... und während man da sitzt und alles leer ist, kommt es einen viel zu Laut vor. Und wenn man dann noch solche komischen Schuldgefühle hat wie ich, bricht man halt in Tränen aus.
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