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Montag, 20. August 2012

brennende kunst.

Ich kaue auf meiner Unterlippe rum, mein Blick huscht zur Schranktür. Nein, lass das. Demonstrativ setze ich mich wieder vor mein Netbook. Check alles. Keine neuen Emails. Keine Benachrichtigungen. Das Video läd noch immer hoch ... obwohl, wahrscheinlich ist es irgendwie abgekackt, und das sieht nur so aus, als würde es noch hochladen. Dreck.
Wieder huscht mein Blick zum Schrank. Es wäre doch eigentlich nicht weiter Schlimm. Ein, zwei Kratzer mehr fallen nicht auf. Verdammt, reiß dich mal zusammen. Ich lege meinen Kopf auf die Tischplatte, und versuche die Kopfschmerzen zu verdrängen.
Haha. Ich Dreckskind. Ich hab das ja nicht verdient. Ich bin zu normal dafür.
Gott, wie ich mich hasse. Wie erbärmlich das alles ist. Wie neidisch ich bin, wie heftig Schuldgefühle ich habe, wie ich es hasse, alles. Hier und jetzt, alles, verdammt. Vergesst mich einfach mal, ich will niemanden wehtun oder nerven. NUTZLOS.

edit: Und schon sitz ich hier, drei brennende Striche an meiner Hüfte. Wunderbar symmetrisch. Hach, leben. Endlich. Verdammte scheiße.

Freitag, 17. August 2012

Perfect world


Ich wünschte, ich könnte weg von hier. In eine andere Welt, weit entfernt.
Irgendwo hin. Vielleicht meine besten Freunde dabei.
Sie an den Händen nehmen, sie nie mehr loslassen. 

Sich zusammen ein Leben aufbauen. 
Selbstständiger werden. Ohne Druck von der Außenwelt. 
Nicht wissen, was der nächste Tag bringt. Abgeschnitten von der Zivilisation. 
Nach eigenen Regeln leben. Nicht wissen, welchen Krieg die anderen führen. 
Einfach für mich sein, nur mit meinen besten Freunden. 
Ich liebe euch alle.
FERTIG MIT DER WELT.

Samstag, 11. August 2012

schwach zeichnen sich Schatten auf dem Jetzt ab, hinterlassen Spuren, zeigen mir, dass alles umsonst war.

Ich stehe in der Tür und beobachte meinen tölpelhaften Bruder und meinen ungeschickten Erziehungsberechtigten, wie sie versuchen meinen alten Schrank in einem anderen Zimmer neu aufzubauen. Dem Zimmer von ihr und ihm. Nach weniger als zwanzig Sekunden jedoch trete ich zu ihnen, und helfe dabei, die Türen richtig reinzustellen. Sie lassen es zu. Immerhin gehörte dieser Schrank bis vor kurzem jahrelang mir. Ich muss alle türen rausnehmen, da sie komplett falsch eingeordnet sind. Zusammen probieren wir, wie es am besten geht. Den Krach, den wir dabei veranstalten, entgeht ihr natürlich nicht. Sie ist schon den ganzen Tag so angepisst.
Jetzt trampelt sie die Treppe hoch, kommt zur Tür rein und faucht: »Was macht ihr denn für 'nen Lärm?! Meine Güte, gib das her!« Sie reißt mir die Schiebetür aus der Hand, die ich soeben reinstellen wollte. ich trete einen Schritt zurück. Schweige.
»Was habt ihr hier denn gemacht?!«, will sie wissen, und veranstaltet mehr Lärm als wir vor wenigen Sekunden. Vor Wut stemmt sie sich gegen den Schrank, hebt dieses komische Zwischending an. Alles wackelt. Mein Bruder will etwas sagen, hebt die Arme. Mein Erziehungsberechtigter sagt: »Komm, lass das. Ich mach das schon.« Aber sie denkt nicht daran. Von wegen sie kann eh alles besser, und wir würden ja nur alles falsch machen. In dem Moment passiert es. Die oberen Schiebetüren lösen sich und fallen direkt auf meinen Bruder. Ich vernehme einen dumpfen Schlag, und sehe, wie er sie genau auf den Kopf bekommt. die zweite kann er abwehren. Trotzdem verengen sich meine Augen. Mein Blick huscht zu ihr, dieser Schlampe, die nur meckert es wäre seine eigene Schuld. Am liebsten würde ich ihr die Tür aus den Händen reißen, und ihr so eine mit meiner Faust verpassen, dass sie gegen die Wand fliegt. Wie kann man nur so krank im Kopf sein?!
Ich drücke die Fingernägel in meine Handfläche, trete ein paar Schritte zurück. Mittlerweile hat sie es geschafft, irgendwie die Tür da reinzuquetschen. Sie verlässt den Raum, zischt noch: 
»Seht ihr, so geht's doch! Müssen keine hundert Menschen an dem Schrank rumrandallieren!«, und weg ist sie. Ich stehe nur da, sehe wie sich mein Erziehungsberechtigter den Kopf kratzt, und mein Bruder die oberen Schiebetüren wieder einbaut.»Wollt ja nur helfen«, murmle ich und verlasse den Raum.
In meinem Zimmer finde ich ein Foto vom Schrank, als er noch aufgebaut und unmisshandelt von ihr an meiner Wand stand. Ich schlurfe zurück in das Zimmer von ihr
»Die Türen in der Mitte, müssen sich berühren«, erkläre ich, und zusammen schaffen wir es, dass alles richtig ist.
Von wegen wir machen alles falsch. In dem Moment spüre ich, dass sie hier nichts verloren hat. Sie ist hier einfach eingezogen, eingedrungen, hat das Vertraute beiseite geräumt und nichtssagende Leere geschaffen. Sie hat es geschafft, dass alles nur noch ein schwacher Abklatsch von dem ist, was hier vorher einmal war. Sie hat es geschafft, dass ich mich nicht mehr wohl fühle. Und ich hoffe, ich schaffe es, ihr dasselbe Gefühl entgegenzubringen. Du gehörst hier nicht her. Ich hasse dich.

Sonntag, 5. August 2012


Lost and insecure
You found me, you found me
Lying on the floor
Surrounded, surrounded
Why'd you have to wait?
Where were you, where were you?
Just a little late
You found me, You found me ..

Samstag, 4. August 2012

Der Geruch nach verwelktem Leben.

Es fühlt sich seltsam an, wieder in meinem Zimmer zu sitzen. Eigentlich sollte es mir vertraut vorkommen, das alles. Wie es sich anfühlt, wenn ich die Wand im gehen berühre, den weichen Stoff meiner Decke auf dem Bett, die vertrockneten Blumen, die einst bunt waren, und jetzt bei jeder meiner Berührung in vergilbt braunen Flocken zu Boden schweben. Der Geruch dieses Ortes, von meinem Zuhause.
Doch es kommt mir eher.. fremd vor. Als wär das alles neu, oder eine Art Déjà-vu. Déjà-vu's passieren einem auch zum ersten Mal, und es kommt einen vor, als hätte man es schon erlebt.
Ich bin wieder da. In meinem Zimmer. Und ich liebe das Gefühl, mich wie ein Fremder zu fühlen.

Noch einmal fahre ich mit den Fingerspitzen meine Wand entlang und halte an der glatten, kühlen Stelle inne. Mein schwarzer Baum, den ich mit Lack auf die Tapete gepinselt hatte, ist noch immer nicht fertig. Ich betrachte ihn eine Weile. Sollte ich ihn irgendwann zu Ende malen? Die linke Hälfte ist vollständig. Viele Äste, kleinere Zweige, immer dünner und schmaler werdend, verirren sich auf grünem Hintergrund.
Die rechte Hälfte weißt nur ein paar dicke Äste auf, diese Seite sieht irgendwie .. tot aus. Tod. Sollte ich unter einem halbtoten Baum schlafen?
So fremd ich mich gerade fühle, umso wohler geht es mir, wenn ich darüber nachdenke. Ich lege den Kopf schief. Ja, halbtote Bäume haben etwas. Unvollständig, halbtot, halblebend. Eigen. Mein Baum ist eigen, nicht gewöhnlich. Und deshalb gehört er in dieses Zimmer einer Fremden, die sich selbst nicht kennt.