Der Wecker zeigt mir an, dass ich verschlafen habe. 9:35 Uhr. Eigentlich wollte ich früher aufstehen. Wie hatte ich überhaupt so lange schlafen können? Es ist so verdammt stickig in meinem Zimmer, dass mein eigener Schweiß an mir haftet, meine Haare kleben mir im Nacken und Stirn. Und das, obwohl ich nichts als Unterwäsche anhabe, und nicht einmal zugedeckt bin.
Seufzend stehe ich auf, mach mein Netbook an und gehe runter. Ich schiebe zwei Brötchen in den Backofen. Eins für mich, eins für meinem Bruder.
Sport kann ich jetzt eh vergessen. Packen ist angesagt, und duschen und rasieren. Gegen Mittag werde ich nach Hannover fahren, und dort meinen halben Tag verbringen. Ein Teil von mir freut sich darauf. Ein anderer, verschlafener, hat keine Lust sich jetzt den Stress anzutun.
Ich betrete das Bad, sehe dass die Waschmaschine an war. Das kleine Lämpchen neben "Ende" blinkt.
Ich hänge die Wäsche draußen auf. Heute wird es mal wieder zu warm für meinen Geschmack. Viel lieber habe ich mildes Wetter. Wenn die Sonne scheint, nicht explodiert. Ein sanfter Wind, der durch die Blätter weht und einige hinunterreißt. Herbst. ich vermisse den Herbst. Das Geräusch der vertrockneten Blätter. Den Geruch.
Aber ich wollte ja unbedingt Sommer, und jetzt ist er da. Sommer, bitte komm, dann kommt auch bald der Herbst.
Wenn ich nachher vom shoppen in Hannover wieder komme, werde ich meine restlichen Sachen einpacken. Und morgen früh werde ich aufstehen, mir in Ruhe einen großen Becher Joghurt nehmen und ihn genießen. Dann wird jemand an meine Tür klopfen und fragen »Fertig? Können wir jetzt losfahren?«, und ich werde mich ins Auto setzen, den Blick auf die Uhr um auszurechnen wann ich ankommen werde.
Eine Woche fort aus diesem Kaff, hinein in ein anderes, zu einer meiner besten Freunde. Weg von diesem Leben.
Heute graben sie ein Loch für mich, beschmutzen es mit Wörtern, die hineinpurzeln und für immer dort verweilen. Zeit verliert an Bedeutung.
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Dienstag, 8. Mai 2012
Als das Ende der Pause mit dem vertrautem Klingeln verkündet wird, murmele ich vor mich hin, dass ich jetzt am liebsten hier sitzen bleiben würde. Sie nickt nur, dann steht sie auf und geht. Die Sonne brennt mir noch in den Rücken, als ich ihr schweigend folge.
Später, als ich wieder zu Hause bin, klettere ich auf einen kleineren Baum und befestige meinen Schlüssel an einem Zweig. Klettere wieder runter und laufe los. Ich jogge endlich wieder, und das Wetter ist auch endlich wieder angenehm. Die Sonne scheint, sie wird nicht verdeckt von den Wolken. Kein einziges Mal. Es ist warm, selbst der Wind ist sanft und nicht kalt. Das letzte Mal hatte ich vor zwei Wochen Sport gemacht. Ich fühle mich faul, also strenge ich mich jetzt umso mehr an. Sehe nach einigen Minuten dann jemanden auf einen Fahrrad auf mich zufahren, hoffe innerlich es hat mich noch nicht gesehen. Ich werde langsamer, frage mich Wer ist das? Hoffentlich nicht so ein Heimkind. Oder irgend eine Schlampe aus meiner Schule. Es ist ein Mädchen. Zumindest fährt es ein Mädchenfahrrad. Vielleicht kenne ich sie ja gar nicht. Eher unwahrscheinlich.
Als sie an mir vorbeifährt erkenne ich sie an der Stimme. Eine alte Kindergartenfreundin. Ich mag sie nicht. "Was machst'n du hier?!"
Wir sind mitten im Nichts, was soll ich hier schon machen? "Spazieren und so..?",lüge ich genervt. Aber das interessiert ja eh niemanden. Ich war auf ein Hallo vorbereitet, oder Ignoranz. Aber auf die unnötige Frage wieso ich hier sei nicht. Sobald sie weit genug hinter mir ist, jogge ich weiter. Zeit verloren. Trotzdem waren es fünfundzwanzig fast ununterbrochene Minuten. Ich dusche, und als ich in mein Zimmer gehe kratzt es an meiner Tür. Ich öffne, sie hockt dort und hat einen Brief für mich zwischen den Lippen, sie spielt Hund. Tätschel sie und spiele dieses dumme Spiel mit, als sei ich noch fünf. Es ist mein Dokomi-Ticket. Automatisch ziehen sich meine Mundwinkel nach oben. Dann verstecke ich es. Sowohl das Lächeln, als auch das Ticket.
fasten [ ]
Als sie an mir vorbeifährt erkenne ich sie an der Stimme. Eine alte Kindergartenfreundin. Ich mag sie nicht. "Was machst'n du hier?!"
Wir sind mitten im Nichts, was soll ich hier schon machen? "Spazieren und so..?",
Checkliste
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Konto:
Sparschwein: 38,40€
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